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Entspannte Finanzierungssituation

26.07.2013 - Die Beschaffung von Fremdkapital ist für die deutschen Betriebe derzeit kaum ein Problem. Die Finanzierungsbedingungen sind laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gut. Dass dennoch eher wenige Kredite vergeben werden, liegt an der aktuellen Investitionszurückhaltung.

Kein Bedarf an externer Finanzierung

"Insgesamt berichten die Betriebe von günstigen Konditionen, nur selten ist die Finanzierung ein Geschäftsrisiko", fasste DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse zusammen. Den meisten Unternehmen stünden "momentan alle Wege offen". Dabei habe jeder vierte Betrieb gegenwärtig überhaupt keinen Bedarf an externer Finanzierung, sagte Wansleben. Dank der "alles in allem ordentlichen Geschäftsentwicklung", steigender Eigenkapitalquoten und hoher Liquiditätsreserven könnten diese Unternehmen Investitionen aus eigener Kraft stemmen.

Zurückhaltung bei den Investitionen

Die guten Jahresabschlüsse der letzten Jahre würden sowohl die Fähigkeit zur Eigenfinanzierung als auch die Verhandlungsposition gegenüber Fremdkapitalgebern verbessern. Dies habe bessere Bonitätsbewertungen und niedrigere Ausfallquoten zur Folge. Effekte wie die historisch niedrigen Leitzinsen und Deutschlands Status als sicherer Hafen trügen zur entspannten Situation bei. Dass die Kreditvergabe derzeit eher schleppend verlaufe, gehe laut Wansleben in erster Linie auf die Zurückhaltung bei den Investitionen zurück.

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen müssen stimmen

Unsicherheitsfaktoren wie Energiewende, Steuererhöhungspläne oder Arbeitsmarktregulierung bremsten die Betriebe. Für eine regere Investitionstätigkeit der Unternehmen seien die hierzulande guten Finanzierungsbedingungen nichts ausreichend. Unklar sei, welche Gesamtbelastung das Regulierungspaket Basel III für die Kreditwirtschaft und im Endeffekt auch für die Unternehmen der Realwirtschaft mit sich bringe. Wansleben: "Die Ankündigung der USA, Basel III umzusetzen, gibt Zuversicht, dass die Finanzmärkte sicherer werden. Wenn einzelne Länder zusätzlich nationale Sonderwege beschreiten, sind allerdings Wettbewerbsverzerrungen nicht von der Hand zu weisen."

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