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Burn-out: Arbeitgeber in der Pflicht (2)

Gründe und Ursachen für einen Burn-out

Die Frage nach den Gründen und Ursachen für Burn-out ist vielfältig und von Person zu Person sehr unterschiedlich. Was den einen stresst und ihn krank macht, kann für einen anderen Menschen eine interessante Herausforderung sein. Wie eine Aufgabe oder Situation wahrgenommen wird, hängt auch oft von der Arbeitsatmosphäre und Arbeitsorganisation ab. Diese beiden Faktoren spielen eine große Rolle bei der Einstellung zur Arbeit. Viele Menschen belastet auch der Gedanke an einen unsicheren Arbeitsplatzes aufgrund befristeter Verträge oder in Folge von Fusionen, Produktionsverlagerungen und sonstigen Umstrukturierungen.

Die Anforderungen an die heutige Arbeitswelt sind in vielen Fällen ausschlaggebend dafür, ob jemand sich motiviert oder einfach nur gestresst fühlt. Multi-Tasking ist seit 2006 der Spitzenreiter bei den Stress-Auslösern. Die gleichzeitige Bearbeitung verschiedenartiger Aufgaben führt zu starkem Termin- und Leistungsdruck und ist damit ein omnipräsenter Stress-Faktor am Arbeitsplatz. Hinzu kommen eine regelmäßige Anzahl an Überstunden und eine Arbeitszeit von länger als 40 Stunden in der Woche. Wer auf Pausen verzichtet, um den Anforderungen am Arbeitsplatz gerecht zu werden, reizt die Belastungsgrenze des eigenen Körpers aus. Kurzfristige Stressreaktionen des menschlichen Körpers können belebend wirken. Hält der Druck jedoch an oder kommen gar neue Stressreize hinzu, ohne dass der Körper sich erholen kann, reagiert man mit den "klassischen" Burn-out Symptomen. Im heutigen Arbeitsalltag mit den Anforderungen an ständige Erreichbarkeit und den vielen Arbeitsunterbrechungen wird der Arbeitsplatz oft zur Belastung.

Burn-out vermeiden: Was Arbeitgeber tun können

Gesunde Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Wenn Personal ausfällt, geht nicht nur die Arbeitszeit verloren, auch die Kosten steigen. Oft genügen bereits kleine Veränderungen im Unternehmen, um die Gesundheit und die psychische Balance von Mitarbeitern langfristig zu stärken. Psychisch gesund fühlen sich Menschen, deren Aufgaben einen Sinn stiften und wenn Freude und Stolz über die eigenen Erfolge zum Arbeitsalltag gehören. Arbeitgeber sollten auf eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur achten. Das bedeutet, dass Beschäftigte fair, anerkennend und wertschätzend behandelt und unterstützt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Individuum wahr- und ernst genommen.

Unternehmen, die Engagement, Leistung und Gesundheit ihrer Mitarbeiter in den Vordergrund stellen, erfahren mehr Loyalität ihrer Beschäftigten und verzeichnen dadurch eine bessere Leistung sowie mehr Erfolg. In der Praxis sollten Führungskräfte darauf achten, ihren Mitarbeitern viel Handlungsspielraum und einen hohen Grad an Autonomie im Rahmen ihrer Aufgaben und Tätigkeiten zu ermöglichen. Auch die soziale Unterstützung durch Vorgesetzte, aber auch Kollegen ist wichtig. Ein gutes Konfliktmanagement bildet die optimale Basis dafür. Engagement und Anerkennung sollten darüber hinaus in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Führungskräfte können durch eine persönliche Ansprache und rechtzeitige Arbeitsentlastung das Risiko eines Burn-outs ihrer Mitarbeiter deutlich verringern.

Einer der wichtigsten Faktoren in der Prävention ist die Erholung. Mitarbeiter, die auch einmal abschalten und Privates von Beruflichem trennen, leisten mehr, sie sind belastbarer und erfolgreicher. Gönnen Sie Ihren Mitarbeitern regelmäßige Pausen und Urlaub. Vor allem aber sollte der Respekt gegenüber dem Privatleben der Mitarbeiter bewahrt bleiben. Nach Feierabend und im Urlaub der Beschäftigten ist es ratsam, Mitarbeiter nur in absoluten Ausnahmefällen noch zu kontaktieren.

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